Anleitung zum Anbau von Rosen

Damit Rosen im Garten prächtig wachsen und vor allem reich blühen, müssen einige Grundregeln beachtet werden. An erster Stelle steht die Wahl des richtigen Standorts, damit die Pflanze auch in späteren Jahren ausreichend Platz und Licht hat. Die am besten geeignete Zeit für die Pflanzung sind die Herbstmonate (bis zum ersten Frost) oder der Zeitraum von März bis April, bevor die Rosen stärker austreiben.


 

Grundlegende Rosenklassen und ihre Höhen:

Edelrosen/Teehybriden: 50–120 cm, meist gefüllte Blüten

Beetrosen/Floribunda: ähnlich den Teehybriden, Blüten stehen in Dolden

Vielblütige Rosen: Höhe 50–100 cm

Floribundarosen: niedrigere Rosen, 4–9 Blüten pro Stand

Polyantharosen: Blütenstände mit vielen kleinen Blüten

Strauchrosen: aufrecht wachsende Rosen, 1,2–2 m, manche bis 3 m

Kletterrosen: Rosen mit langen Trieben, die Höhen von 2–4 m erreichen

Zwergrosen/Miniaturrosen: Höhe bis 40 cm mit kleinen Blüten

Bodendeckerrosen: bis 50 cm, Triebe bedecken den Boden

 

Pflanzung und Substrat:

Wählen Sie einen sonnigen und luftigen Standort. Der Boden sollte gut durchlässig, humos und sandig-lehmig sein. Eine wurzelnackte Rose sollte für 12 bis 24 Stunden in einen Eimer mit Wasser gestellt werden. Vor dem Wässern kürzen wir die Wurzeln leicht ein und schneiden die Triebe auf 1–3 Augen zurück (bei Frühjahrspflanzung; bei Herbstpflanzung erfolgt der eigentliche Rückschnitt erst im Vorfrühling). In der Zwischenzeit heben wir ein ca. 60 cm tiefes Loch aus, lockern den Boden und die Seiten mit einer Grabgabel auf und geben spezielles Rosensubstrat oder gut verrotteten Kompost hinzu. Die Pflanze wird etwa 5 cm tiefer gesetzt, als sie beim Züchter gewachsen ist (orientieren Sie sich am gut sichtbaren „Knoten“ – der Veredelungsstelle –, die nach dem Pflanzen in der Erde liegen muss).

 

Düngung:

Kurz nach der Pflanzung ist keine Düngung erforderlich, besonders wenn spezielles Rosensubstrat verwendet wurde. In den Folgejahren müssen Grundelemente wie Stickstoff, Phosphor, Kalium, Kalzium, Eisen und Magnesium ergänzt werden. Dies gelingt am einfachsten mit organischen Düngern, die speziell für Rosen gemischt sind. Wir düngen vorwiegend im Vorfrühling, erneut bei der Knospenbildung Ende Juni und schließlich um die Jahreswende Oktober/November, wobei hier vor allem Kalium und Phosphor ergänzt werden.

 

Bewässerung:

Die Bewässerung ist bei Rosen entscheidend – sie beeinflusst maßgeblich den Blütenansatz und das Wachstum kräftiger Triebe. Gelegentlicher Regen reicht meist nicht aus. Während der Vegetationsperiode (außerhalb der prallen Mittagssonne) sollte etwa einmal pro Woche ausgiebig gegossen werden. Eine ordentlich angehäufelte Erdschicht um den Strauch sorgt dafür, dass das Wasser nicht abfließt. Da Rosen tief wurzeln, ist eine große Wassermenge wichtig (bis zu 50 l pro 1 m²). Dies reicht in der Regel für 10 bis 14 Tage aus; in sehr heißen Sommern verkürzen wir das Intervall. Ab dem Spätsommer reduzieren wir die Wassergaben. Vor den ersten Frösten sollte nochmals gegossen werden, damit die Pflanze im Winter nicht vertrocknet.

 

Schnitt:

Edelrosen/Teehybriden: Rückschnitt auf 2–4 Augen

Beetrosen/Floribunda: Rückschnitt auf 4–6 Augen

Floribundarosen: Rückschnitt auf 5–7 Augen

Polyantharosen: Rückschnitt auf 40 cm Höhe (ca. die Hälfte der Gesamthöhe)

Strauch-, Kletter-, Zwerg- und Bodendeckerrosen: kein starker Rückschnitt, nur regelmäßiges Auslichten der Triebe

Stammrosen: Rückschnitt der Krone auf etwa die Hälfte (ca. 15–20 cm)

Der Schnitt erfolgt immer ca. 5 mm über einem nach außen gerichteten Auge.

 

Winterschutz der Pflanzen:

Sofern der Platz es zulässt, lockern wir die Erde um die Rose auf. Die entstehenden Furchen können mit Mist gefüllt werden, der jedoch das Holz nicht direkt berühren darf; dies dient im Frühjahr als Grunddünger. Als Abdeckung eignet sich Mulch aus Laub oder Reisig. Rosen sollten abgedeckt werden, wenn die Temperaturen unter -10 °C fallen. Kletterrosen sind nahezu frosthart, dennoch ist ein Schutz mit Reisig oder Jute möglich.

 

Krankheiten und Schädlinge:

Die wichtigsten Krankheiten sind der Sternrußtau und der Mehltau. Sternrußtau ist eine Pilzerkrankung, die vor allem Blätter und junge Triebe befällt. Vorbeugend sollte nur morgens gegossen werden, ohne die Blätter zu benetzen. Befallene Blätter müssen entfernt und die Pflanze mit einem Fungizid behandelt werden. Der Echte Mehltau zeigt sich durch einen weißgrauen Belag. Falsche Bewässerung oder zu enger Stand begünstigen den Befall. Befallene Teile sofort entfernen und ein geeignetes Fungizid anwenden. Als Schädlinge treten häufig Blattläuse auf, die mit gängigen Mitteln oder einer Schmierseifenlösung bekämpft werden können.

 

Autor: Kollektiv Prima Pflanzen