Anleitung zum Anbau von Rhododendren

In erster Linie ist es wichtig, den idealen Standort zu wählen, an dem sie gedeihen können. Unter unseren Bedingungen ist ein schattiger oder halbschattiger Standort am besten geeignet, der vor kaltem Wind und Austrocknung geschützt ist – idealerweise nach Norden, Nordwesten oder Nordosten ausgerichtet und immer auf der windgeschützten Seite. Wenn sie in geeignetem Substrat mit ausreichender Wasserversorgung kultiviert werden, können sie problemlos auch an sonnigen Standorten wachsen. Hierbei muss jedoch darauf geachtet werden, die Sträucher im Winter angemessen zu schützen.


 

Pflanzung und Substrat:

Die beste Zeit für die Pflanzung von Rhododendren ist das Frühjahr (März–Mai) und der Herbst (September–Oktober). Eine Pflanzung im Sommer ist ebenfalls möglich, erfordert jedoch eine intensive Bewässerung; im Winter kann gepflanzt werden, sofern der Boden frostfrei ist. Rhododendren benötigen ein saures, humoses Substrat mit einem pH-Wert von 4–5. Ideal ist saurer Fasertorf. In durchlässigen Böden graben wir ein möglichst breites Loch mit einer Tiefe von 30–40 cm und gezackten Rändern. In schweren, undurchlässigen und lehmigen Böden graben wir ein flacheres, aber breiteres Loch und pflanzen über dem ursprünglichen Geländeniveau (Hügelpflanzung). Die Pflanze wird so tief gesetzt, wie sie im Container gewachsen ist. Das Wurzelsystem des Rhododendrons benötigt Luft, daher sollten keine Folien oder ähnliches verwendet werden. Pro Strauch sollten mindestens 100 l Substrat vorbereitet werden. Der Abstand zwischen den Sträuchern sollte mindestens 1 m betragen. Nach der Pflanzung empfehlen wir, die Rhododendren zu mulchen (Sägespäne, Nadeln, Rinde). Aufgrund des flachen Wurzelsystems sollte Unkraut nur von Hand entfernt werden. Nach der Blüte entfernen wir die verblühten Blütenstände, damit die Pflanzen keine Kraft für die Samenbildung verschwenden.

 

Düngung:

Die Pflanzen sollten Ende April gedüngt werden, jedoch nicht früher als 3–4 Wochen nach der Pflanzung. Verwenden Sie Dünger für Moorbeetpflanzen mit Zusatz von Ammoniumsulfat. Der Dünger darf keinen Kalk enthalten. Eine zusätzliche Düngung erfolgt in der ersten Julihälfte. Eine spätere Düngung kann dazu führen, dass die Pflanzen nicht rechtzeitig in die Winterruhe gehen. Sie können auch Langzeitdünger verwenden (Wirkungsdauer nicht mehr als 4 Monate), dann ist keine Zusatzdüngung erforderlich.

 

Bewässerung:

Kurz nach der Pflanzung muss häufig gegossen werden. Der Boden sollte ständig feucht sein. An heißen Sommertagen gießen wir mindestens einmal pro Woche. Ideal ist die Bewässerung mit Regenwasser. Im Winter empfehlen wir, die Rhododendren 2–3 Mal zu gießen, sofern der Boden nicht gefroren ist.

 

Schnitt:

Rhododendren benötigen nach der Pflanzung keinen regelmäßigen Schnitt – dieser wird nur durchgeführt, wenn es unbedingt notwendig ist. Der Schnitt erfolgt vor Beginn der Vegetationsperiode. Alte Sträucher können durch einen radikalen Rückschnitt verjüngt werden, da diese Pflanzen eine enorme Regenerationskraft besitzen.

 

Winterschutz der Pflanzen:

Richtig gepflanzte und gepflegte Sträucher sind ausreichend frosthart. Bei jungen Pflanzen, insbesondere an sonnigen und windigen Standorten, ist ein Schutz vor Sonne und Wind im Winter ratsam. Die Pflanzen können mit Schattiernetzen, Reisig oder Stroh abgedeckt werden, wobei die Luftzirkulation gewährleistet sein muss.

 

Krankheiten und Schädlinge:

Richtig kultivierte Pflanzen sind sehr widerstandsfähig. Bei Pflanzen in schlechtem Zustand kann es zu Pilzerkrankungen kommen. Anzeichen dafür sind das Absterben von Trieben oder nekrotische Flecken auf den Blättern. Als Schutz wird ein geeignetes Breitbandfungizid verwendet. Bei der Anwendung muss auch die Blattunterseite besprüht werden.

Manchmal werden die Blätter gelb und die Sträucher wachsen schlecht. Dies liegt meist an einem falsch gewählten Standort oder einem zu niedrigen Säuregehalt des Bodens. Die einzige Lösung ist das Umpflanzen an einen geeigneteren Ort in passendes Substrat. Sträucher werden immer mit Wurzelballen umgepflanzt; vor dem Ausgraben ausreichend wässern. Bitte beachten Sie, dass ein 20-l-Sack Torf nicht ausreicht – die Mindestmenge an Substrat beträgt 100 Liter.

Der schlimmste Schädling an Rhododendren ist der Gefurchte Dickmaulrüssler. Die Blätter weisen an den Rändern unregelmäßige, buchtige Fraßstellen auf, manchmal sind auch die Knospen angefressen. Die Larven fressen an den Wurzeln, wodurch die Pflanze allmählich abstirbt. Der Schutz besteht im Einsatz von parasitären Nematoden der Gattung Heterorhabditis. Die Nematodenlarven bewegen sich aktiv im Boden und suchen die Larven des Dickmaulrüsslers auf. Befallene Larven sterben innerhalb von 48 Stunden ab. In den toten Körpern vermehren sich die Nematoden weiter und suchen neue Wirte, wodurch ein Schutz für ca. 6 Wochen gewährleistet ist.

An jungen Trieben können gelegentlich Blattläuse oder Spannerraupen auftreten. Diese werden mit gängigen Breitbandpestiziden behandelt.

 

Autor: Kollektiv Prima Pflanzen