Anleitung zum Anbau von Hortensien

Vor der eigentlichen Pflanzung von Hortensien ist es, wie bei anderen Pflanzen auch, notwendig, die Lichtverhältnisse des jeweiligen Standorts abzuwägen. Während die Hydrangea macrophylla (Bauernhortensie) zwar helle, aber eher halbschattige bis schattige Standorte bevorzugt (im Schatten setzt die Blüte später an), liebt die Hydrangea paniculata (Rispenhortensie) eher die volle Sonne, welche die Färbung der Blüten unterstützt. Hydrangea serrata (Berghortensie) und Hydrangea petiolaris (Kletterhortensie) vertragen zwar Sonnenstrahlen, benötigen bei dieser Anbauweise jedoch eine erhöhte Wassermenge, was oft eher schadet als nützt. Daher wählen wir auch für sie lieber helle Standorte im Halbschatten.


 

Pflanzung und Substrat:

Das Wichtigste bei der Pflanzung ist die Vorbereitung des Substrats. Sie können entweder ein bereits fertiges Substrat für säureliebende Pflanzen kaufen oder Ihre eigene Mischung herstellen. Für rosa und rote Blüten bei Bauern- und Berghortensien bereiten Sie eine Mischung aus Kompost, Lehm, Torf und Sand im Verhältnis 4:3:2:1 vor; für weiße und blaue Blüten hingegen eine Mischung aus Torf, Kompost, Lehm und Sand im Verhältnis 3:2:1,5:0,5. Für Rispenhortensien mischen Sie Kompost, Torf und Sand im Verhältnis 5:2:1. Der Boden sollte nährstoffreich, locker und stets ausreichend feucht sein, jedoch ohne Staunässe (das Wasser darf nicht stehen). Alle Hortensien werden meist im Container mit gut durchwurzeltem Ballen verkauft. Vor der Pflanzung empfiehlt es sich, die Pflanze samt Topf für ca. 2 Minuten in einen Eimer mit Wasser zu tauchen. So stellen wir sicher, dass wir keine Pflanze mit ausgetrocknetem Ballen setzen. Das Pflanzloch passen wir nach dem Entfernen des Topfes angemessen der Größe des Ballens an. 

 

Düngung:

Es ist allgemein bekannt, dass der Dünger die Blütenfarbe beeinflusst (im Falle der Bauernhortensien). Alles wird durch die Bodenreaktion gesteuert: Eine rosa Färbung der Blüten tritt eher in alkalischen Böden auf, während wir in saurem Boden blaue Blüten erhalten. Die Bodenreaktion beeinflussen wir eben durch den Dünger; heute sind bereits handelsübliche Dünger speziell für rosa oder blau blühende Hortensien erhältlich. Die Blaufärbung kann zudem durch das Gießen mit Aluminiumsulfat (Alaun) im Herbst und Frühjahr unterstützt werden. Ansonsten düngen wir kontinuierlich während der Blütezeit bis Ende August. Für Rispenhortensien genügt ein klassischer löslicher Dünger.

 

Bewässerung:

Unregelmäßiges Gießen ist einer der größten Fehler, den Sie beim Anbau von Hortensien begehen können. Es sollte keinesfalls zum Austrocknen der Pflanze und Welken der Blätter kommen, gefolgt von einem "Schock" durch übermäßige Wasserzufuhr. Wichtig sind Regelmäßigkeit und eine optimale Wassermenge, besonders in den heißen Sommermonaten. Dem Wasserverlust kann durch das Anhäufeln von Mulchrinde oder die Installation einer Tröpfchenbewässerung vorgebeugt werden. Ab August sollte die Bewässerung reduziert werden.

 

Schnitt:

Der Schnitt ist natürlich spezifisch für jede Hortensienart. Die Bauernhortensie setzt die Blütenknospen bereits am Ende der vorangegangenen Vegetationsperiode an, daher entfernen wir im Frühjahr nur erfrorene Zweige und vertrocknete Blütenstände. Das gleiche Vorgehen gilt für Berghortensien. Man kann sie jedoch von Mai bis Juni gründlich auslichten, wobei die Triebe über dem 3. oder 4. Auge zurückgeschnitten werden. Triebe, die mit einem Blütenstand enden, werden nicht entfernt! Rispen- oder Schneeballhortensien bilden ihre Knospen erst im Frühjahr, weshalb wir beim Schnitt radikaler sein können. Wir schneiden sie tief über dem ersten Knospenpaar zurück. Da sie am jungen Holz blühen, ist dieser Schnitt notwendig. Bei Kletterhortensien entfernen wir im Frühjahr nur vertrocknete Pflanzenteile.

 

Winterschutz der Pflanzen:

Für den Winter sollte an die Hortensien leichtes Substrat, eine Schicht Laub oder Reisig angehäufelt werden (junge Pflanzen müssen stärker geschützt werden, ältere sind bereits widerstandsfähiger). Manche Hortensien können auch mit ihren vertrockneten Blütenständen vorsichtig zusammengebunden und mit einem Vlies oder Jute abgedeckt werden.

 

Krankheiten und Schädlinge: 

Hortensien sind nicht sehr anfällig für Krankheiten und Schädlinge, dennoch können einige Probleme auftreten. Dazu gehört Grauschimmel (Botrytis), der besonders bei warmem und feuchtem Wetter einen grauen Belag bildet. Hier hilft ein passendes Fungizid. Ein weißlicher bis violetter Belag deutet hingegen auf Mehltau hin. Bei einer Gelbfärbung oder dem Bleichwerden der Blätter leidet die Pflanze wahrscheinlich an Chlorose (Eisenmangel), was durch die Gabe von Flüssigeisen schnell behoben werden kann. Saugende und fressende Schädlinge lassen sich mit gängigen Insektiziden bekämpfen.

 

Autor: Kollektiv Prima Pflanzen