Anleitung zur Pflanzung von Großbäumen

Gehölze mit Ballen können sicher nur im Frühjahr und Herbst gepflanzt werden. Große Bäume sind schwieriger zu handhaben, und je höher die Temperaturen im Frühjahr steigen, desto anspruchsvoller wird die Pflanzung. Das Risiko von Schäden an der Rinde ist während des Saftflusses höher, was die Handhabung einschränkt. Daher ist die ideale Pflanzzeit die Ruheperiode nach dem Laubfall.

Sollten Sie dennoch einen Großbaum außerhalb der optimalen Zeit pflanzen wollen, empfehlen wir dringend die Beauftragung einer Fachfirma, die eine ganzjährige Pflanzung fachgerecht durchführen kann. Bei der Auswahl eines geeigneten Fachbetriebs beraten wir Sie gerne.


 

Transport:

In der Ruheperiode können Pflanzen auf offenen Fahrzeugen transportiert werden – im blattlosen Zustand werden holzige Teile oder Knospen kaum beschädigt. Während der Vegetationsperiode (Austrieb bis Laubfall) müssen die Gehölze vor dem „Austrocknen durch Fahrtwind“ geschützt werden. In dieser Zeit ist der Transport in geschlossenen Fahrzeugen (LKW, Transporter) zwingend erforderlich. Bei anderen Transportarten muss das Gehölz in Vlies, Planen oder Stretchfolie eingewickelt werden, um Schäden an Blättern und Knospen zu verhindern.

 

Pflanzzeitpunkt:

Wurzelnackte Bäume und Ballenware müssen so schnell wie möglich nach der Lieferung gepflanzt werden. Ist dies nicht möglich, müssen sie vor dem Austrocknen geschützt werden. Wurzelnackte Bäume müssen sofort geschützt werden – freiliegende Wurzeln trocknen innerhalb weniger Stunden aus. Ballenware muss spätestens nach 48 Stunden in Sand, Sägemehl oder Rindenmulch eingeschlagen und feucht gehalten werden. Container- und Airpot-Pflanzen können ganzjährig gepflanzt werden; allerdings muss auch hier der Ballen vor der Pflanzung ausreichend bewässert werden.

 

Die Pflanzgrube:

Einer der wichtigsten Schritte ist das Ausheben der passenden Pflanzgrube. In sandigen und mittelschweren Böden kann die Form beliebig sein (meist rund). In schweren oder verdichteten Böden empfiehlt sich eine eckige oder sternförmige Form. An nicht verdichteten Standorten sollte der Durchmesser der Grube mindestens das 1,5-fache des Ballendurchmessers betragen. Bei stark verdichteten Böden ist eine Lockerung und Homogenisierung der durchwurzelbaren Schicht bis in ca. 1 Meter Tiefe erforderlich. Nach der Lockerung muss der Boden unter dem Ballen wieder leicht verdichtet werden, um ein späteres Absinken zu verhindern. Die Wände der Grube dürfen nicht glatt sein (Gefahr des Drehwuchses der Wurzeln); sie müssen vor der Pflanzung aufgeraut werden.

An staunassen Standorten ist eine Drainage unerlässlich. Bei extrem nassen Böden, wo das Wasser nicht abgeleitet werden kann, kann der Baum „auf Hügel“ (über Geländeniveau) gepflanzt werden.

Die Tiefe der Grube muss exakt der Ballenhöhe entsprechen. Ein zu tiefes Einpflanzen führt dazu, dass der Wurzelhals mit Erde bedeckt wird, was langfristigen Stress verursacht und zum Absterben des Baumes führen kann.

 

Bewässerung:

Nach der Pflanzung verfügt der Baum nur noch über einen Teil seines ursprünglichen Wurzelsystems und kann die Umgebungswasserreserven noch nicht voll ausschöpfen. Eine regelmäßige Bewässerung ist daher lebensnotwendig. Dabei spielt der Bodentyp eine große Rolle: Sandige Böden lassen Wasser schneller versickern als tonige Böden.

Der Herbst ist aufgrund der natürlichen Feuchtigkeit ideal. Nach dem Laubfall ist die Verdunstung minimal. Unter günstigen Bedingungen entwickelt sich das Wurzelsystem bis zum Frühjahr so weit, dass der Baum im Folgejahr besser anwächst.

Bei Pflanzungen in Trockenperioden sollte die Grube am Vortag mit 50–100 Litern Wasser gewässert werden. Während der Pflanzung wird schrittweise gegossen, um Hohlräume zu schließen. Den Abschluss bildet die Errichtung eines Gießrands.

Ein Gießrand schützt den Wurzelbereich und sollte mindestens 10 cm hoch sein. Das Innere wird idealerweise mit Holzhackschnitzeln gemulcht. Der Gießrand verhindert in den ersten zwei Jahren zudem den Wuchs von Unkraut und Gras direkt am Stamm.

 

Verankerung der Bäume:

Die Verankerung verhindert Schäden am neuen Wurzelsystem durch Bewegungen der Krone und schützt vor dem Umstürzen.

Die oberirdische Verankerung erfolgt meist durch einen Dreibock (drei Pfähle im Dreieck), die mit Querlatten verbunden werden. Der Baum wird mit flexiblen Gurten (Breitbänder) ca. 20 cm unter dem Kronenansatz fixiert. Verwenden Sie niemals dünne Seile oder Drähte, die einschnüren könnten. Die Pfähle werden vor dem Verfüllen der Grube in den gewachsenen Boden eingeschlagen.

Die unterirdische Ballenverankerung wird aus ästhetischen Gründen oder bei extrem großen Bäumen gewählt. Sie ist nur bei festen, unbeschädigten Ballen in schweren Böden möglich und sollte von Fachpersonal durchgeführt werden.

 

Stammschutz:

Frisch gepflanzte Bäume sind anfällig für Sonnenbrand und Frostrisse an der Rinde. Im freien Gelände droht zudem Wildverbiss. Um dies zu verhindern, werden weiße Stammschutzanstriche verwendet, die das Aufheizen des Stammes verhindern. Alternativ dienen Schilfmatten oder mechanische Schutzgitter (gegen Rasenmäher) als Schutz. Das klassische Umwickeln mit Jute wird aufgrund der kurzen Haltbarkeit kaum noch empfohlen.

 

Pflanzschnitt:

Ziel ist der Ausgleich zwischen der reduzierten Wurzelmasse und der Krone. Der Schnitt ist individuell je nach Art und Alter des Baumes durchzuführen. Grundsätzlich werden entfernt:

  • gebrochene oder beschädigte Äste, trockene Aststümpfe
  • Konkurrenztriebe zum Mitteltrieb, nach innen wachsende Äste
  • sich kreuzende oder reibende Äste sowie solche, die nach unten wachsen

Der Pflanzschnitt sollte in der Regel 20–30 % der Blattmasse nicht überschreiten.

 

Nachsorge:

Die Anwachspflege dauert je nach Baumgröße zwei bis fünf Jahre. Sie umfasst die Kontrolle der Bewässerung, der Verankerung, den Schnitt und den Pflanzenschutz. Besonders wichtig ist die regelmäßige Überprüfung der Bodenfeuchtigkeit direkt im Wurzelballen.

 

Verpflanzungsschock:

Alle Gehölze unterliegen einem Anpassungsstress. Je größer der Baum, desto länger die Regenerationsphase. Bei Standardgrößen dauert dies oft zwei Vegetationsperioden, bei Großbäumen bis zu fünf Jahre. In dieser Zeit investiert der Baum seine Energie primär in das Wurzelwachstum, weshalb der oberirdische Zuwachs gering erscheinen kann.

 

Reklamation:

Im Falle einer Reklamation muss der Kunde nachweisen, dass die Pflanzung technologisch korrekt durchgeführt und die Pflegeanweisungen eingehalten wurden.

Der Lieferant haftet für die Frostbeständigkeit bis zum Zeitpunkt der Übergabe. Verborgene Winterschäden müssen bis zum 15. Mai des Lieferjahres gemeldet werden. Bei Reklamationen hat der Lieferant das Recht, Einsicht in Bautagebücher oder Fotodokumentationen zu verlangen. Der Käufer ist verpflichtet, die Ware bei Erhalt auf Sortenechtheit, Größe und Gesundheitszustand zu prüfen. Mechanische Schäden müssen sofort, spätestens jedoch innerhalb von zwei Tagen gemeldet werden.

 

Quellen: Málek et al., 2022

Autor: Kollektiv Prima Pflanzen