Anleitung zum Anbau von Pelargonien (Geranien)

Von den ursprünglichen Pelargonien, die in Südafrika beheimatet sind, stammen heute fast 240 bekannte Arten ab. Dort liegen die Wurzeln ihrer Vitalität und Widerstandsfähigkeit, mit der sie auch unter weniger günstigen Bedingungen überleben – eine mehrtägige Trockenheit bringt sie nicht um. Sie wachsen und blühen unabhängig davon, ob Ihr Balkon oder Ihre Fenster nach einer bestimmten Himmelsrichtung ausgerichtet sind.


 

Am besten blühen Sorten mit kleineren, einfachen Blüten, die am häufigsten in Balkonkästen und Ampeln verwendet werden. Das Sortiment der Geranien umfasst reich blühende Sorten mit einfachen Blüten und dünnen Blättern, die lange, hängende Triebe bilden, sowie fleischblättrige Sorten mit halbgefüllten oder gefüllten Blüten und kürzeren Trieben. Hängegeranien (Efeu-Pelargonien) sind geeignete und anspruchslose Pflanzen für Balkone und offene Standorte.

Hängegeranien werden vor allem für Blumenkästen und Ampeln auf Balkonen und Fensterbänken verwendet, wo ihre überhängenden Triebe mit einer Vielzahl von Blüten am besten zur Geltung kommen.

Sie finden auch Verwendung auf Terrassen und in Vorgärten, gepflanzt in großen dekorativen Gefäßen zusammen mit anderen Arten von Balkon- und Beetblumen.

 

Pflanzung und Substrat:

Der am besten geeignete Standort ist die Südost-, Südwest- und Südseite. Wir pflanzen in ein vorbereitetes Torfsubstrat, das meist direkt für Pelargonien und Balkonpflanzen bestimmt ist und bereits eine Startdosis Dünger enthält. Generell gilt, dass Geranien besser gedeihen, wenn das Gefäß eher etwas enger ist, als wenn sie zu viel Platz um sich herum haben. Für Englische Geranien wählen wir einen hellen Standort ohne pralle Mittagssonne und vor allem auf der windgeschützten Seite. Die Pflanzen werden erst nach den letzten Morgenfrösten ins Freie gestellt, was in der Regel nach dem 15. Mai der Fall ist.

 

Düngung:

Während der Vegetationsperiode düngen wir alle 14 Tage mit einem handelsüblichen Flüssigdünger oder einem Düngergranulat direkt für Pelargonien.

 

Bewässerung:

Während der Vegetationsperiode wird ausgiebig gegossen. Wenn wir uns entschieden haben, die Pflanze an einem kühlen Ort zu überwintern, muss die Bewässerung angepasst und eingeschränkt werden. Zu dieser Zeit könnte ein Übergießen für die Pflanze fatal sein. Das Gelbwerden der unteren Blätter wird durch Wassermangel verursacht.

 

Schnitt:

Bei Pelargonien wird kein regulärer Schnitt durchgeführt, außer zur Stecklingsvermehrung für den Winter. Gesunde Pflanzen werden im Herbst auf eine Höhe von 20 cm zurückgeschnitten und in einem hellen Raum mit einer Temperatur um 10 °C untergebracht.

 

Winterschutz der Pflanzen:

Die Pflanzen werden in einem hellen, kühlen Raum (5 bis 10 °C) überwintert. Dabei wird nur sehr wenig gegossen. Im Frühjahr werden die Pflanzen herausgenommen, tief zurückgeschnitten und in Kästen mit frischer Erde umgetopft. Wenn keine Möglichkeit zur Überwinterung besteht, ist es besser, im Frühjahr neue, kräftige Pflanzen zu kaufen.

 

Krankheiten und Schädlinge:

Virosen äußern sich durch verschiedenste Form- und Farbanomalien der Blätter (Vergilbung, Ringfleckigkeit, Deformationen) und Blüten. Ein allgemeiner Zwergwuchs der Pflanzen ist erkennbar. Der einzige Schutz besteht im sofortigen Entfernen befallener Pflanzen und der Aufzucht nur gesunder Pflänzchen.

 

Korkkrankheit (Ödem) – tritt bei Hängegeranien auf. Ursache ist ein Wasserüberschuss im Boden oder hohe Luftfeuchtigkeit. Sie äußert sich durch eine Vergrößerung der Oberflächenzellen und die Bildung kleiner grüner Schwellungen. Diese vergrößerten Zellen sterben später ab und werden braun, was sich äußerlich als Verkorkung zeigt. Der Schutz erfolgt präventiv durch eine ausgeglichene Bewässerung ohne Staunässe im Substrat.

 

Bakterielle Fäule und Welke – die schwerwiegendste Krankheit bei Geranien. Die Symptome zeigen sich zuerst an älteren Blättern in Form kleiner öliger oder durchscheinender Flecken, die sich allmählich vergrößern, ineinanderfließen und vertrocknen. Die Blätter sterben von den ältesten nach oben hin ab. Befallene Pflanzen müssen entsorgt werden; es dürfen keine Stecklinge zur Vermehrung von ihnen genommen werden. Verwendete Töpfe und Kästen müssen desinfiziert werden.

 

Geranienrost – eine Pilzkrankheit, die nur bei stehenden Geranien (Pelargonium zonale) vorkommt. Auf den Blättern erscheinen zuerst kleine gelbe Flecken, auf deren Unterseite sich erhabene braune Sporenlager bilden, die oft kreisförmig angeordnet sind. Bei starkem Befall vertrocknen die Blätter und fallen ab. Zum Schutz kann ein chemisches Fungizid verwendet werden.

 

Autor: Kollektiv Prima Pflanzen