Obstbäume werden in der kühlen Jahreszeit während der Vegetationsruhe gepflanzt – im Herbst etwa ab Mitte Oktober, bevor der Boden tiefgründig gefroren ist. Eine Pflanzung im Spätherbst ist ebenfalls sehr empfehlenswert. Bei kühlem Wetter trocknen die Bäumchen nicht aus und finden optimale Bedingungen für die Wurzelbildung vor.
Für die Pflanzung gelten vereinfacht zwei Regeln:
- Es muss Vegetationsruhe herrschen (z. B. nach dem Laubfall und einer deutlichen Abkühlung).
- Der Boden darf nicht tiefgefroren sein, damit eine fachgerechte Pflanzung möglich ist. Die Frühjahrspflanzung beginnt sofort nach dem Auftauen des Bodens und dauert meist bis Ende April. Wie im Herbst stellen leichte Morgenfröste kein Hindernis dar.
Bei der Frühjahrspflanzung ist es notwendig, die Bäume im ersten Monat gründlich zu wässern. Falls Sie die Bäume aus irgendeinem Grund nicht sofort einpflanzen können, müssen die Wurzeln in mäßig feuchter, lockerer Erde eingeschlagen und bis zur endgültigen Pflanzung angemessen gegossen werden. Wenn möglich, lagern Sie sie immer im Freien. Handelsübliche Fröste schaden den Bäumen nicht. Dennoch ist es besonders im Frühjahr ratsam, die Bäume so früh wie möglich zu pflanzen.
Kürzen Sie die Wurzeln kurz vor dem Einsetzen mit einer Schere leicht ein. Tauchen Sie den so vorbereiteten Baum für einige Stunden, am besten für einen ganzen Tag, in Wasser ein. Achten Sie darauf, den Baum nicht länger im Wasser zu lassen, da dies die Wurzeln schädigen könnte.
Setzen Sie den Baum so in die Grube, dass die Veredelungsstelle ca. 10 cm über dem Boden liegt und die Wurzeln nicht nach oben gebogen sind. Füllen Sie die Grube mit guter Erde auf. Sie können die Erde mit bis zu 20 % Pflanzsubstrat verbessern oder gut verrotteten Kompost bzw. abgelagerten Mist auf den Boden der Grube geben (Pferdemist nach 1 Jahr, Rindermist nach 3 Jahren, Schweinemist erst nach 5 Jahren Lagerung, da frischer Mist die Wurzeln verbrennt). Vermischen Sie diesen mit der ursprünglichen Erde, decken Sie ihn mit einer 10 cm dicken Schicht normaler Erde ab und setzen Sie erst dann den Baum ein.
Falls Sie weder Kompost noch Substrat zur Verfügung haben, füllen Sie die Grube mit normaler Erde auf und treten Sie diese fest. Danach den Baum gründlich wässern. Vermeiden Sie es, in zu nassen "Schlamm" zu pflanzen, da dies die Luftzufuhr zu den Wurzeln abschneiden und zum Absterben führen kann. Im Herbst kann der Baum für den Transport teilweise zurückgeschnitten werden. Beachten Sie, dass ein Teil der Schnittstelle austrocknen wird – lassen Sie daher eine Reserve, um den endgültigen Rückschnitt erst im Frühjahr durchzuführen.
Pflanzschnitt im Frühjahr: Belassen Sie am Baum 3 bis 5 Leitäste und kürzen Sie diese auf zwei bis sechs Augen ein. Schneiden Sie so, dass das letzte Auge nach außen zeigt. Bestreichen Sie die Schnittwunden mit Baumwachs oder Wundverschlussmitteln. Wenn Sie einen höheren Baum wünschen, entfernen Sie die Seitenäste und lassen Sie die Triebe aus dem Mitteltrieb (Terminaltrieb) wachsen. Diese entwickeln sich ebenso gut und schnell. Geben Sie keinen Kunstdünger oder Kalk direkt in das Pflanzloch und bringen Sie keinen Dünger direkt auf die Oberfläche aus. Dies wäre ein schwerwiegender Fehler, der zum Absterben führen kann. In überdüngter Erde wurzeln Bäume schlecht und vertrocknen im Sommer. Mit Kunstdünger sollte erst ab Anfang Juni gedüngt werden.
Frühjahrsschnitt bei einjährigen Heistern (Schpičák): Ein Baum in dieser Form hat den großen Vorteil, dass Sie bestimmen, in welcher Höhe die Krone beginnen soll. Wenn Sie die gewünschte Stammhöhe festgelegt haben, gehen Sie wie folgt vor:
- Sobald der Baum die gewünschte Höhe erreicht hat, kürzen Sie ihn ca. 3–5 Augen oberhalb dieser Marke ein.
- Aus diesen Augen bildet sich später das Gerüst der künftigen Krone.
- Alle anderen Triebe, die sich UNTERHALB der gewünschten Höhe befinden, werden entfernt.
- In den Folgejahren verfahren Sie nach der Standard-Anleitung, indem Sie den Mitteltrieb und die Seitenäste einkürzen.
Frühjahrsschnitt bei Säulenobstbäumen:
- Bei Säulenobstbäumen wird der Haupttrieb nicht eingekürzt.
- Seitentriebe müssen im Frühjahr konsequent auf eine Länge von ca. 15 cm zurückgeschnitten werden (auf ein nach innen zur Mitte gerichtetes Auge).
Bei der Herbstpflanzung können Sie etwas früher düngen, etwa Mitte Mai. Der Baum muss im ersten Jahr angemessen gegossen werden, da er sonst im Sommer oder Frühjahr austrocknet. Vermeiden Sie jedoch übermäßiges Gießen.
Kirschen und Sauerkirschen reagieren besonders empfindlich auf Staunässe. Bestreichen Sie die Stämme im ersten Jahr nicht und halten Sie die Baumscheibe unkrautfrei und ohne Grasbewuchs. Dies fördert das Wachstum auch in den Folgejahren. Schützen Sie den Baum während des Transports immer vor Wind. Bei Einhaltung dieser Anleitung werden Ihre Bäume sicher gedeihen.
Wichtig:
Bei der Pflanzung von wurzelnackten Kaki, Granatäpfeln und Feigen ist ein Rückschnitt zwingend erforderlich. Granatäpfel werden auf 30 cm eingekürzt, Kaki na 30–50 cm und Feigen auf 30 cm. Dies stellt sicher, dass das Wurzelsystem die Pflanze versorgen kann und sie sicher anwächst.
Wie sieht ein Baum als einjähriger Heister, mit Krone oder mit Seitentrieben aus? Und wie und wann führt man den Pflanzschnitt durch? Erfahren Sie es in unserem Video hier.
Autor: Kollektiv Prima Pflanzen
