Die Heimat der Walnussbäume liegt in Asien und Südeuropa. Aus züchterischer und gärtnerischer Sicht unterscheiden wir mehrere Varianten, von denen wir am häufigsten selbstfruchtende Sorten von Halbpapiernüssen (mit halbharter Schale und guter Kernlöslichkeit) oder rotkernige Walnüsse (gekennzeichnet durch karmesinrote Kerne) anbieten.
Pflanzung und Substrat:
Walnussbäume können sowohl im Frühjahr als auch im Herbst an einem sehr hellen und sonnigen Standort mit ausreichend Platz für die zukünftigen Wurzeln gepflanzt werden. In Niederungen tragen sie früher und reichlicher Früchte, können aber auch in höheren Lagen erfolgreich kultiviert werden. Wir wählen warme Süd-, West- oder Südwestlagen. Der Standort sollte nach Norden oder Nordosten vor starken, frostigen Winden geschützt sein. Gepflanzt wird in tiefe, sandig-lehmige Böden mit ausreichend Humus und Feuchtigkeit, die reich an Kalzium sind. Der Boden sollte weder trocken noch staunass sein. Klassische Walnussbäume pflanzen wir mit Abständen von mindestens 14 m, für veredelte Bäume reicht ein Abstand von 8x10–12 m aus. Für die Pflanzung bereiten wir ein Loch von 50x50 cm mit gut gelockertem Boden vor. Die Wurzeln des Bäumchens sollten vor der Pflanzung nach Möglichkeit nicht eingekürzt werden! Bei der Pflanzung an Hängen sollte das vorbereitete Loch tiefer sein, ca. 60x70 cm. Löcher mit schlechteren Bodenbedingungen verbessern wir durch Zugabe von Kompost und Gartensubstrat. Den Baum selbst pflanzen wir ca. 12 cm höher ein, da sich der Boden später noch setzt. In den ersten Jahren nach der Pflanzung darf nicht vergessen werden, den Baum durch einen Pfahl zu fixieren. Den Baum dabei niemals zu fest anbinden.
Düngung:
Im Herbst werden Phosphor- und Kaliumdünger in den Boden eingearbeitet. Die Dosis an Stickstoffdüngern teilen wir in zwei Teile auf: den ersten geben wir vor der Blüte in den Boden und den zweiten bis Ende Juni.
Bewässerung:
Wasser ist ein sehr wichtiger Faktor für das Wachstum des Walnussbaums. Bei Wassermangel wächst er sehr schlecht, trocknet aus und Zuwächse sind kaum feststellbar. Den größten Wasserbedarf haben die Bäume während des Fruchtwachstums, also im Mai und Juni.
Schnitt: Derzeit werden Walnussbäume überwiegend in Form einer Heister (ohne Krone) oder mit einer klassisch gezogenen Krone mit Mitteltrieb kultiviert.
Heister (Spitzstab):
Schnitt vor/nach der Pflanzung: Wir schneiden grundsätzlich erst nach dem Austrieb, damit die entstandenen Wunden bis zum nächsten Winter gut verheilen können, und zwar dann, wenn die Jungtriebe eine Länge von 5–8 cm erreicht haben. Wenn das Bäumchen die richtige Höhe erreicht hat, kürzen wir es auf 5 Augen ein, aus denen wir die Krone aufbauen.
Schnitt im zweiten Jahr: In diesem Jahr schneiden wir neue Triebe auf 2–3 Augen zurück, sofern sie länger als 50 cm sind. Erreichen sie diese Länge nicht, wiederholen wir den Schnitt auf 2–3 Augen auch in den folgenden Jahren.
Schnitt im dritten Jahr: Wenn die neuen Zuwächse länger als 50 cm sind, lassen wir den Baum in diesem Jahr ohne Schnitt.
Krone mit Mitteltrieb: Diese ist stabiler und hat einen besseren Aufbau gegen Auseinanderbrechen.
Schnitt vor/nach der Pflanzung: Nach dem Austrieb kürzen wir auf drei bis fünf Knospen ein, wobei der Mitteltrieb ca. 10 cm überragen sollte. Diesen Erziehungsschnitt wiederholen wir etwa 4–5 Jahre lang, wobei wir die neuen Zuwächse schrittweise einkürzen.
Verjüngungsschnitt: Diesen führen wir bei älteren Bäumen ebenfalls nach dem Austrieb durch, wobei wir alle beschädigten, sich kreuzenden und unnötig verdichtenden Äste entfernen.
Alle Schnittstellen behandeln wir selbstverständlich mit Baumwachs oder einem anderen Wundverschlussmittel.
Winterschutz der Pflanzen:
Der Walnussbaum ist im Holz bis -30 °C voll frosthart, einige Blüten können jedoch durch Spätfröste geschädigt werden. Junge Bäume können durch Umwickeln mit Jute oder Schilf geschützt werden. Bei älteren Bäumen hilft ein an der Südseite angelehntes Brett, das die winterliche Sonneneinstrahlung auf den Stamm verhindert und so einen verfrühten Saftfluss stoppt.
Krankheiten und Schädlinge:
Die häufigste Krankheit ist die sogenannte Blattbräune (Marssonina-Krankheit). Es handelt sich um eine Pilzkrankheit, die braune bis schwarze Flecken auf den Blättern verursacht und nach und nach auch die Fruchtschalen angreift. Wir versuchen, alle befallenen Blätter und Früchte so schnell wie möglich zu vernichten. Eine weitere recht häufige Krankheit ist die Bakterien-Anvwelke (Walnussbakteriose), die Blätter, Kätzchen, Blüten und junge Früchte angreift. Sie äußert sich durch braunschwarze Flecken; die Blätter deformieren sich und fallen ab. Auch hier entfernen wir befallene Blätter und Pflanzenteile schnellstmöglich. Gegebenenfalls kann mit Kupferpräparaten wie Kuprikol 50 oder Champion 50 WP behandelt werden. Von den Schädlingen tritt gelegentlich die Walnuss-Gallmilbe auf, die gelbliche Pusteln auf Blättern und Früchten verursacht. Bei älteren Bäumen führen wir keinen chemischen Schutz durch, da sie keine großen Schäden verursacht. Befallene Blätter und Früchte werden lediglich wieder schnellstmöglich vernichtet.
Autor: Kollektiv Prima Pflanzen
