Schon König Ludwig XIV. schätzte Kirschen sehr – und das aus gutem Grund. Diese Steinfrüchte enthalten eine Vielzahl an Vitaminen und Mineralstoffen wie Kalium und Zink. Wenn Sie sich einen stattlichen Baum wünschen, ist die Kirsche die richtige Wahl; Sie müssen lediglich die passende Unterlage wählen. Kirschen blühen im Mai mit weißen oder rosa Blüten. Nach der Blüte bilden sich die Früchte – junge, grüne Steinfrüchte, die nach und nach reifen. Je nach Reifezeitpunkt unterscheiden wir die sogenannten „Kirschwochen“. Beachten Sie, dass Süßkirschen meist fremdbefruchtend sind und daher einen passenden Bestäuber benötigen. Sauerkirschen hingegen sind in der Regel selbstfruchtend.
Pflanzung und Substrat:
Kirschen bevorzugen Höhenlagen von 250 bis 400 m ü. M., eine Jahresdurchschnittstemperatur von etwa 8 °C und eine Niederschlagsmenge von ca. 550 mm. Bei höheren Niederschlägen neigen die Früchte zum Aufplatzen. Sie gedeihen gut in trockeneren Böden; wählen Sie daher höher gelegene Standorte mit gut durchlässigem, eher lehmigem Boden. Der Standort sollte sonnig, warm, wind- und frostgeschützt sein und eine gute Luftzirkulation aufweisen. Für trockene Böden eignen sich frühe Sorten, für feuchtere eher späte. Kirschbäume wurzeln mit ca. 1,5 m recht flach. Der optimale pH-Wert liegt zwischen 6,5 und 8 (mäßig kalkhaltig). Vor der Pflanzung sollten abgestorbene Wurzeln entfernt und der Baum für ca. zwei Stunden gewässert werden. Bei der Herbstpflanzung erfolgt der Rückschnitt erst im Frühjahr. Junge Bäume benötigen in den ersten Jahren (manche lebenslang) eine Stütze. Schlagen Sie einen Pfahl in das Pflanzloch, setzen Sie den Baum senkrecht ein und füllen Sie Erde auf. Rütteln Sie den Baum leicht an, damit sich die Erde um die Wurzeln verteilt. Treten Sie die Erde fest und binden Sie den Baum am Pfahl an (nicht zu fest schnüren). Gießen Sie mit ca. 15 Litern Wasser an. Nach dem Versickern kann die Pflanzstelle mit Rinde oder Laub gemulcht werden.

Düngung:
Wie bei anderen Obstarten sollten Stickstoff, Phosphor, Kalium und Kalzium im Vorfrühling und Herbst ergänzt werden. Bei Sauerkirschen wird kein zusätzliches Kalzium gegeben. Stickstoff wird erst im Frühjahr, nach der Blüte und nach dem Fruchtfall gedüngt, um das Wachstum und die Gesundheit zu fördern. Die beste Düngung bietet gut verrotteter Kompost oder Stallmist.
Bewässerung:
Achten Sie besonders kurz nach der Pflanzung (vor allem bei Frühjahrspflanzung) auf eine ausreichende Bewässerung. Der Boden sollte feucht, aber nicht staunass sein.
Schnitt:
Schnitt vor/nach der Pflanzung: Grundsätzlich wie bei Äpfeln und Birnen. Wählen Sie den Mitteltrieb und 2 bis 3 Haupt-Seitenäste aus, die gleichmäßig um den Stamm verteilt sein sollten. Da Kirschen stark wachsen, ist ein ausreichender Abstand zwischen den Ästen wichtig. Kürzen Sie die gewählten Äste auf 4–6 Augen zurück (Außenseite) und passen Sie den Mitteltrieb an (ca. 10 cm über den Seitenästen).

Süßkirschen:
Erziehungsschnitt: In den nächsten zwei bis drei Jahren werden nur die künftigen Hauptäste und der Mitteltrieb eingekürzt. Je schwächer der Wuchs, desto stärker der Rückschnitt. Später wird nicht mehr so tief geschnitten; es werden nur noch die Hauptäste auf einen nach außen wachsenden Trieb abgesetzt sowie Konkurrenztriebe und Schattenäste entfernt. Triebe entlang der Hauptäste können waagerecht gebunden werden, um das Wachstum zu bremsen und den Ertrag zu fördern. Der Schnitt erfolgt meist im Juli oder August direkt nach der Ernte.
Erhaltungsschnitt: Hält den Baum in Kondition und sorgt für Licht in der Krone. Alte, erfrorene oder störende Triebe werden entfernt. Die Gerüstäste bleiben erhalten.
Sauerkirschen:
Erziehungsschnitt: Sauerkirschen bilden schnell Fruchtholz. Seitentriebe werden nach der Pflanzung auf zwei bis vier Knospen eingekürzt. Bei aufrechten Sorten zeigt die Endknospe nach außen, bei hängenden Sorten nach innen. Sauerkirschen tragen bereits am langen einjährigen Holz.
Erhaltungsschnitt: Bei Süßkirschen reicht ein Schnitt alle zwei bis drei Jahre; Sauerkirschen müssen häufiger geschnitten werden, da sie stärker zum Verkahlen und zur Verdichtung neigen.
Verjüngungsschnitt: Bei Süßkirschen unüblich; bei Sauerkirschen können alle 4–5 Jahre stärkere Äste auf einen passenden Seitentrieb zurückgesetzt werden. Alle Schnittwunden sollten mit Baumwachs versiegelt werden.
Unterlagen für Kirschen:
- Colt – schwach wachsende Unterlage, frosthart, früher Ertragsbeginn.
- Mahalebka – geeignet für trockene Böden, schwächerer Wuchs, früher Ertrag.
- Gisela 5 – sehr frosthart, tolerant gegenüber Virosen. Bäume wachsen 40–60 % schwächer, Ertrag oft schon ab dem 2. Jahr.
- Gisela 6 – wächst ca. 50 % schwächer als die Standardunterlage.
- Vogelkirsche (Ptáčnice) – starkwüchsig, geeignet für klassische Hochstämme.
- VSL2 – ähnliche Intensität wie Gisela 6, verträgt schwere, feuchte Böden und hohes Grundwasser.

Kirschwochen (Reifezeiten):
Die Angaben sind Richtwerte und hängen von Wetter, Temperatur und Höhenlage ab.
| 1. Kirschwoche (24.5. – 6.6.) Rivan, Rita |
5. Kirschwoche (14.7. – 4.8.) Kordia, Těchlovan, Sunburst, Napoleon |
| 2. Kirschwoche (8.6. – 18.6.) Burlat, Aranka, Helga, Vera |
6. Kirschwoche (26.7. – 8.8.) Van, Stella, Schneider's Späte, Tamara |
| 3. Kirschwoche (20.6. – 30.6.) Karešova, Kasandra |
7. Kirschwoche (10.8. – 20.8.) Hedelfinger, Regina, Karina |
| 4. Kirschwoche (2.7. – 12.7.) Vanda, Vega, Early Korvik |
8. Kirschwoche (15.8. – 25.8.) Staccato, Sweetheart |
Winterschutz:
Stämme können mit Kalkmilch (20%ige Lösung) gestrichen werden, um Frostrisse durch Wintersonne zu vermeiden. Ein vor den Stamm gelehntes Holzbrett auf der Südseite hilft ebenfalls. Junge Bäume können mit Jute oder Schilfmatten umwickelt werden.
Krankheiten und Schädlinge:
Häufig ist der Befall durch die Kirschfruchtfliege (madige Früchte). Hier helfen Insektizide. Die Kirschblattwespe verursacht Fraßspuren an Blättern. Die Monilia-Fruchtfäule zeigt sich durch Schimmelringe an den Früchten, während die Monilia-Spitzendürre das Absterben von Blüten und Trieben verursacht. Die Schwarze Kirschenblattlaus führt zu eingerollten, klebrigen Blättern.
Autor: Kollektiv Prima Pflanzen
Schon König Ludwig XIV. schätzte Kirschen sehr – und das aus gutem Grund. Diese Steinfrüchte enthalten eine Vielzahl an Vitaminen und Mineralstoffen wie Kalium und Zink. Wenn Sie sich einen stattlichen Baum wünschen, ist die Kirsche die richtige Wahl; Sie müssen lediglich die passende Unterlage wählen. Kirschen blühen im Mai mit weißen oder rosa Blüten. Nach der Blüte bilden sich die Früchte – junge, grüne Steinfrüchte, die nach und nach reifen. Je nach Reifezeitpunkt unterscheiden wir die sogenannten „Kirschwochen“. Beachten Sie, dass Süßkirschen meist fremdbefruchtend sind und daher einen passenden Bestäuber benötigen. Sauerkirschen hingegen sind in der Regel selbstfruchtend.
Pflanzung und Substrat:
Kirschen bevorzugen Höhenlagen von 250 bis 400 m ü. M., eine Jahresdurchschnittstemperatur von etwa 8 °C und eine Niederschlagsmenge von ca. 550 mm. Bei höheren Niederschlägen neigen die Früchte zum Aufplatzen. Sie gedeihen gut in trockeneren Böden; wählen Sie daher höher gelegene Standorte mit gut durchlässigem, eher lehmigem Boden. Der Standort sollte sonnig, warm, wind- und frostgeschützt sein und eine gute Luftzirkulation aufweisen. Für trockene Böden eignen sich frühe Sorten, für feuchtere eher späte. Kirschbäume wurzeln mit ca. 1,5 m recht flach. Der optimale pH-Wert liegt zwischen 6,5 und 8 (mäßig kalkhaltig). Vor der Pflanzung sollten abgestorbene Wurzeln entfernt und der Baum für ca. zwei Stunden gewässert werden. Bei der Herbstpflanzung erfolgt der Rückschnitt erst im Frühjahr. Junge Bäume benötigen in den ersten Jahren (manche lebenslang) eine Stütze. Schlagen Sie einen Pfahl in das Pflanzloch, setzen Sie den Baum senkrecht ein und füllen Sie Erde auf. Rütteln Sie den Baum leicht an, damit sich die Erde um die Wurzeln verteilt. Treten Sie die Erde fest und binden Sie den Baum am Pfahl an (nicht zu fest schnüren). Gießen Sie mit ca. 15 Litern Wasser an. Nach dem Versickern kann die Pflanzstelle mit Rinde oder Laub gemulcht werden.

Düngung:
Wie bei anderen Obstarten sollten Stickstoff, Phosphor, Kalium und Kalzium im Vorfrühling und Herbst ergänzt werden. Bei Sauerkirschen wird kein zusätzliches Kalzium gegeben. Stickstoff wird erst im Frühjahr, nach der Blüte und nach dem Fruchtfall gedüngt, um das Wachstum und die Gesundheit zu fördern. Die beste Düngung bietet gut verrotteter Kompost oder Stallmist.
Bewässerung:
Achten Sie besonders kurz nach der Pflanzung (vor allem bei Frühjahrspflanzung) auf eine ausreichende Bewässerung. Der Boden sollte feucht, aber nicht staunass sein.
Schnitt:
Schnitt vor/nach der Pflanzung: Grundsätzlich wie bei Äpfeln und Birnen. Wählen Sie den Mitteltrieb und 2 bis 3 Haupt-Seitenäste aus, die gleichmäßig um den Stamm verteilt sein sollten. Da Kirschen stark wachsen, ist ein ausreichender Abstand zwischen den Ästen wichtig. Kürzen Sie die gewählten Äste auf 4–6 Augen zurück (Außenseite) und passen Sie den Mitteltrieb an (ca. 10 cm über den Seitenästen).

Süßkirschen:
Erziehungsschnitt: In den nächsten zwei bis drei Jahren werden nur die künftigen Hauptäste und der Mitteltrieb eingekürzt. Je schwächer der Wuchs, desto stärker der Rückschnitt. Später wird nicht mehr so tief geschnitten; es werden nur noch die Hauptäste auf einen nach außen wachsenden Trieb abgesetzt sowie Konkurrenztriebe und Schattenäste entfernt. Triebe entlang der Hauptäste können waagerecht gebunden werden, um das Wachstum zu bremsen und den Ertrag zu fördern. Der Schnitt erfolgt meist im Juli oder August direkt nach der Ernte.
Erhaltungsschnitt: Hält den Baum in Kondition und sorgt für Licht in der Krone. Alte, erfrorene oder störende Triebe werden entfernt. Die Gerüstäste bleiben erhalten.
Sauerkirschen:
Erziehungsschnitt: Sauerkirschen bilden schnell Fruchtholz. Seitentriebe werden nach der Pflanzung auf zwei bis vier Knospen eingekürzt. Bei aufrechten Sorten zeigt die Endknospe nach außen, bei hängenden Sorten nach innen. Sauerkirschen tragen bereits am langen einjährigen Holz.
Erhaltungsschnitt: Bei Süßkirschen reicht ein Schnitt alle zwei bis drei Jahre; Sauerkirschen müssen häufiger geschnitten werden, da sie stärker zum Verkahlen und zur Verdichtung neigen.
Verjüngungsschnitt: Bei Süßkirschen unüblich; bei Sauerkirschen können alle 4–5 Jahre stärkere Äste auf einen passenden Seitentrieb zurückgesetzt werden. Alle Schnittwunden sollten mit Baumwachs versiegelt werden.
Unterlagen für Kirschen:
- Colt – schwach wachsende Unterlage, frosthart, früher Ertragsbeginn.
- Mahalebka – geeignet für trockene Böden, schwächerer Wuchs, früher Ertrag.
- Gisela 5 – sehr frosthart, tolerant gegenüber Virosen. Bäume wachsen 40–60 % schwächer, Ertrag oft schon ab dem 2. Jahr.
- Gisela 6 – wächst ca. 50 % schwächer als die Standardunterlage.
- Vogelkirsche (Ptáčnice) – starkwüchsig, geeignet für klassische Hochstämme.
- VSL2 – ähnliche Intensität wie Gisela 6, verträgt schwere, feuchte Böden und hohes Grundwasser.

Kirschwochen (Reifezeiten):
Die Angaben sind Richtwerte und hängen von Wetter, Temperatur und Höhenlage ab.
| 1. Kirschwoche (24.5. – 6.6.) Rivan, Rita |
5. Kirschwoche (14.7. – 4.8.) Kordia, Těchlovan, Sunburst, Napoleon |
| 2. Kirschwoche (8.6. – 18.6.) Burlat, Aranka, Helga, Vera |
6. Kirschwoche (26.7. – 8.8.) Van, Stella, Schneider's Späte, Tamara |
| 3. Kirschwoche (20.6. – 30.6.) Karešova, Kasandra |
7. Kirschwoche (10.8. – 20.8.) Hedelfinger, Regina, Karina |
| 4. Kirschwoche (2.7. – 12.7.) Vanda, Vega, Early Korvik |
8. Kirschwoche (15.8. – 25.8.) Staccato, Sweetheart |
Winterschutz:
Stämme können mit Kalkmilch (20%ige Lösung) gestrichen werden, um Frostrisse durch Wintersonne zu vermeiden. Ein vor den Stamm gelehntes Holzbrett auf der Südseite hilft ebenfalls. Junge Bäume können mit Jute oder Schilfmatten umwickelt werden.
Krankheiten und Schädlinge:
Häufig ist der Befall durch die Kirschfruchtfliege (madige Früchte). Hier helfen Insektizide. Die Kirschblattwespe verursacht Fraßspuren an Blättern. Die Monilia-Fruchtfäule zeigt sich durch Schimmelringe an den Früchten, während die Monilia-Spitzendürre das Absterben von Blüten und Trieben verursacht. Die Schwarze Kirschenblattlaus führt zu eingerollten, klebrigen Blättern.
Autor: Kollektiv Prima Pflanzen
