Obstbäume, die ursprünglich aus Südeuropa stammen und in der Regel etwa 25 Jahre oder länger leben. Zu den Pflaumenartigen zählen wir Pflaumen, Zwetschgen, Edelpflaumen, Renekloden und Mirabellen. Sie zeichnen sich meist durch einen kräftigen Wuchs und eine schnelle Entwicklung aus. Anhand der Früchte lassen sich Zwetschgen und echte Pflaumen unterscheiden. Zwetschgen sind oft Kreuzungen aus Pflaumen und Schlehen. Sie blühen weiß und haben flaumige Sommertriebe. Echte Pflaumen blühen ebenfalls weiß, ihre Triebe sind jedoch kahl. Die Früchte reifen je nach Sorte im Juni und Juli und werden von August bis September geerntet.
Pflanzung und Substrat:
Pflaumenbäume gedeihen am besten in Höhenlagen von 300–500 m ü. M. bei einer Jahresdurchschnittstemperatur von etwa 8 °C in mäßig nährstoffreichen, mittelschweren, gut durchlässigen und feuchten Böden. Der pH-Wert des Bodens sollte über 5 liegen. Der Standort sollte warm und ausreichend vor Nordwinden geschützt sein; wir wählen bevorzugt eine West- bis Südwestlage. Der Mindestpflanzabstand sollte etwa 5–6 x 3–4 m betragen.
Vor dem Pflanzen müssen abgestorbene Wurzeln entfernt und der Baum in Wasser eingeweicht werden (zwei Stunden sind meist ausreichend, länger schadet nicht). Bei der Frühjahrspflanzung führen wir einen Grundschnitt durch (siehe Abschnitt Schnitt), bei der Herbstpflanzung verschieben wir den Schnitt auf das Frühjahr. Die meisten jungen Bäume benötigen in den ersten Jahren eine stabile Stütze. Dazu schlagen wir einen Pfahl in das gegrabene Loch. Danach setzen wir den Baum senkrecht ein und füllen Erde ein. Damit die Erde gut unter die Wurzeln gelangt, heben wir den Baum leicht an und rütteln vorsichtig. Danach wird die Erde festgetreten und der Baum am Pfahl fixiert. Abschließend wird gründlich mit etwa 15 Litern Wasser gegossen. Nach dem Versickern kann die Pflanzstelle mit Rinde oder Laub gemulcht werden.

Düngung:
Im Frühjahr empfiehlt sich eine Spritzung mit einem Stimulator (z. B. Bio-Algeen S-90) oder eine Düngung mit Flüssigdünger, um das Wurzelwachstum zu fördern.
Bewässerung:
Besondere Aufmerksamkeit widmen wir der Bewässerung nach der Pflanzung sowie während des Fruchtansatzes.
Schnitt:
Schnitt vor/nach der Pflanzung: In den Frühjahrsmonaten wählen wir drei bis vier Leitäste plus den Mitteltrieb aus. Diese werden so eingekürzt, dass die Seitenäste dem Haupttrieb untergeordnet sind. In den Folgejahren kürzen wir nur dann ein, wenn sich sehr lange Triebe (über 0,6 m) gebildet haben. Ziel ist es, drei bis vier Äste in der ersten Etage und zwei in Reihe wachsende Äste im Abstand von 1–1,2 m in der zweiten Etage zu ziehen.
Erhaltungsschnitt: Ziel ist es, einen übermäßigen Fruchtansatz zu reduzieren und so eine Wachstumsabschwächung zu verhindern. Blütenknospen bilden sich überwiegend an einjährigen Trieben auf zwei- und dreijährigem Holz. Wenn der Zuwachs pro Saison mindestens 40 cm beträgt, beschränken wir uns auf das Auslichten der Krone. Der Schnitt erfolgt im Frühjahr (vor/nach der Blüte) oder bei frühen Sorten nach der Ernte. Wir entfernen steile Triebe (Konkurrenztriebe), Zwiesel sowie alle verdichtenden und sich kreuzenden Äste.
Unterlagen:
St. Julien A – schwach wachsende Unterlage, flach wurzelnd, geeignet für wärmere Gebiete mit ausreichend Feuchtigkeit. Ideal für schwere, feuchte Böden; verträgt keine Trockenheit.
Wangenheim – schwach wachsende Unterlage, benötigt gute Böden und viel Wasser, flach wurzelnd. Sehr frosthart, benötigt eine Stütze. Die Erträge setzen früh ein.
Weiwa – in vitro vermehrter Klon der Wangenheim-Unterlage. Erreicht etwa 50 % der Höhe von Myrobalan. Nicht für trockene, sandige Böden geeignet. Früher Ertragsbeginn, hohe Fruchtbarkeit.
Grüne Reneklode – geeignet für schwerere und feuchtere Böden, der Wuchs ist mittelstark bis stark, flacher wurzelnd als Myrobalan.
Myrobalan – die am häufigsten verwendete Unterlage, sehr anpassungsfähig an Bodenbedingungen. Geeignet für leichte, trockene, aber auch schwere, nicht staunasse Böden. Der Ertragsbeginn variiert je nach Sorte.

Winterschutz der Pflanzen:
Pflaumen vertragen kurzzeitige Fröste bis ca. -20 °C. Dennoch ist es besser, sie durch Umwickeln des Stammes mit Schilf oder Jute zu schützen oder den Stamm mit Kalkmilch (20%ige Lösung) zu weißen, um Frostrisse zu vermeiden.
Krankheiten und Schädlinge:
Häufige Probleme: Narrenkrankheit (Taschenkrankheit) – führt zu länglichen, hohlen Früchten ohne Stein. Vorbeugung mit kupferhaltigen Mitteln (z. B. Kuprikol) vor dem Austrieb. Erscheinen gelbgrüne Ringe oder Flecken auf den Blättern, handelt es sich meist um die Scharka-Krankheit (Virose), gegen die es leider keinen direkten Schutz gibt. Braune Früchte mit weißen Schimmelringen deuten auf Monilia-Fruchtfäule hin. Der Pflaumenwickler ist die Hauptursache für wurmige Früchte; hier helfen Insektizide.
Autor: Kollektiv Prima Pflanzen
