Anleitung zum Anbau von Pfirsich- und Nektarinenbäumen

Es handelt sich um relativ kurzlebige Bäume (15–20 Jahre), die eine maximale Höhe von 5 m erreichen (je nach gewählter Unterlage) und ursprünglich aus China stammen. In unserer Region werden sie am häufigsten als Buschbaum oder Viertelstamm kultiviert – nur so ist eine ausreichende Lichtzufuhr in alle Bereiche der Krone gewährleistet. Pfirsichbäume reagieren recht empfindlich auf Wärme und die allgemeinen Bodenbedingungen. Daher sollten Sie bei der Wahl des künftigen Standorts Folgendes beachten:


 

Pflanzung und Substrat:

Wählen Sie für Pfirsichbäume einen sonnigen, ausreichend offenen Standort, am besten in einer Höhenlage bis 250 m ü. M., nach Süden ausgerichtet und gleichzeitig vor Nordwinden geschützt. Der Boden sollte eher trocken, humos, kalkhaltig und nährstoffreich sein, mit einem pH-Wert von 6,5–8, mittelschwer bis sandig-lehmig. Pfirsichbäume können auch in höheren Lagen (über 450 m ü. M.) angebaut werden, hier ist jedoch eine sorgfältige Standortwahl absolut notwendig. Viertelstämme und Buschbäume werden meist in einem Pflanzabstand von 5x3–4 m gesetzt. 

Vor dem Einpflanzen müssen abgestorbene Wurzeln entfernt werden; anschließend sollte der Baum in Wasser eingeweicht werden (zwei Stunden sollten genügen, eine längere Zeit schadet nicht). Bei einer Pflanzung im Frühjahr erfolgt ein Grundschnitt (siehe Abschnitt Schnitt), bei einer Herbstpflanzung verschiebt man den Schnitt auf das Frühjahr. Die meisten jungen Bäume benötigen in den ersten Jahren eine entsprechende Stütze (manche lebenslang). Bereiten Sie daher einen Pfahl vor, den Sie in die bereits ausgehobene Grube einschlagen. Setzen Sie dann das Gehölz senkrecht ein und füllen Sie Erde ein. Damit die Erde auch gut unter die Wurzeln gelangt, heben Sie das Bäumchen leicht an und rütteln Sie kurz daran. Danach die restliche Erde auffüllen, festtreten und den Baum schließlich am Pfahl befestigen. Vergessen Sie nicht, gründlich mit etwa 15 Litern Wasser anzugießen. Nach dem Versickern kann die Pflanzstelle zusätzlich mit Rinde oder Laub gemulcht werden.

 

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Düngung:

Sehr wichtig ist die Düngung nach der Blüte, um die Größe und Qualität der Früchte zu fördern. Wir ergänzen die Hauptnährstoffe, vor allem Kalium und Stickstoff (Stickstoff in geringeren Mengen). Eine Düngung mit gut verrottetem Mist ist möglich, erfordert jedoch Erfahrung (für einen dreijährigen Baum ca. 10 kg Mist, für einen fünfjährigen 20 kg usw.). Heutzutage gibt es bereits Spezialdünger direkt für Pfirsichbäume, die die Arbeit erleichtern. Die Nährstoffaufnahme kann auch durch das Besprühen der Blätter mit einer Lignohumat-Lösung unterstützt werden (diese kann auch für andere Bäume oder Gemüse verwendet werden).

 

Bewässerung:

Den höchsten Wasserbedarf haben Pfirsichbäume vor allem im Mai und Juni sowie etwa 3 Wochen vor der Ernte. Achten Sie darauf, dass das Wasser gut einzieht und der Baum nicht im stehenden Wasser steht.

 

Schnitt:

Pfirsiche und Nektarinen sind recht wüchsige, kleinere Bäume mit einem typisch buschigen Kronenwuchs. Fruchtknospen erscheinen bereits an einjährigen Trieben. Diese Knospen bilden sich so intensiv, dass das Ziel des Schnitts nicht nur die Formung und Auslichtung der Krone ist, sondern auch die Reduzierung des Fruchtansatzes. Die am besten geeignete Kronenform für Pfirsichbäume ist die sogenannte Hohlkrone (Kesselkrone). Hierzu gehört die folgende Beschreibung:

 

Schnitt vor/nach der Pflanzung: Wählen Sie am Baum 4–5 gut platzierte Triebe mit einem ausreichenden Abgangswinkel von der Mittelachse aus, aus denen später die Hauptäste gezogen werden. Ein eventueller Terminaltrieb (Mitteltrieb) oder Konkurrenztriebe sowie Triebe mit steilem Winkel werden entfernt. Die ausgewählten Triebe sollten kräftig genug für den Aufbau einer stabilen Krone sein. Alle Triebe werden tief auf 2–3 Knospen zurückgeschnitten, und zwar immer auf eine nach außen weisende Knospe. 

 

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Schnitt im zweiten und vierten Jahr: Die sich verlängernden Hauptäste werden erneut um 1/3 bis 2/3 eingekürzt, und zwar durch Rückschnitt auf einen tiefer sitzenden, nach außen weisenden Trieb. Idealerweise erfolgt der Schnitt so, dass im Folgejahr die Länge der Hauptäste vereinheitlicht wird. Entfernen Sie nach innen wachsende Triebe und solche, die die Hauptäste kreuzen. Ende August oder Anfang September ist es ratsam, einen weiteren Rückschnitt um etwa die Hälfte der Länge des Neuzuwachses vorzunehmen.

 

Schnitt in den Folgejahren: Konzentrieren Sie sich auf die Reduzierung und Ausdünnung der fruchttragenden Triebe sowie auf die Auslichtung des Kroneninneren. Der beste Zeitraum für diesen Schnitt ist das Frühjahr, idealerweise vom Anschwellen der Knospen bis zur Blüte. Die Winterzeit ist für den Schnitt völlig ungeeignet, da die Schnittwunden dann schlecht heilen.

 

Vergessen Sie bei allen Schnitten nicht, die Wunden mit Baumwachs zu versiegeln. 

 

Unterlagen für Pfirsiche und Nektarinen:

Mandschurischer Pfirsich (mandžurská) – Sämling mit schwächerem Wuchs und hoher Frostbeständigkeit. Unterlage geeignet für Buschbäume oder Viertelstämme.

St. Julien A – schwächer wachsend, für schwerere Böden geeignet.

Adesoto – starkwüchsige Unterlage mit kräftigem Wurzelsystem; sehr trockenheitsresistent. 

Montclar – Sämlingstyp, verträgt kalkhaltige Böden.  

Pfirsichsämling (broskvoňový semenáč) – Standard-Unterlage, nicht für kalkhaltige Böden geeignet, gedeiht hingegen gut in mittelschweren Böden; wächst etwas kräftiger.

Rakoniewicka – Sämlingstyp, wächst stärker, resistent gegen die Kräuselkrankheit.

Rubira – schwachwüchsiger Sämlingstyp mit roten Blättern; eher für leichtere Böden geeignet. 

 

 

Winterschutz der Pflanzen:

Pfirsichbäume sind recht frostempfindlich, können jedoch kurzzeitig Fröste bis -25 °C vertragen. Es ist jedoch besser, sie auf kälteres Wetter vorzubereiten, indem man sie mit Schilf oder Jute umwickelt oder den Stamm und die Hauptäste mit Kalkmilch (20 %ige Lösung aus gelöschtem Kalk und Wasser) bestreicht. 

 

Krankheiten und Schädlinge:

Wie andere Obstgehölze leiden auch Pfirsiche und Nektarinen unter verschiedenen Krankheiten. Typisch ist z. B. die Kräuselkrankheit, bei der sich auf den Blättern zunächst gelb-grüne, später rote, gewölbte Blasen bilden, die sich vergrößern und so das gesamte Blatt deformieren. Diese trocknen später ein und fallen ab. Als Vorbeugung nutzt man im Herbst Fungizide mit Kupferhydroxid. Wenn die Zweige Ihres Baumes wie verbrannt aussehen, die Blätter vertrocknen, aber nicht abfallen, und die Blüten wie vom Frost versengt wirken, haben Sie es wahrscheinlich mit der Monilia-Spitzendürre zu tun. Vorbeugend behandelt man den Baum zu Beginn der Blüte und nach der Blüte, besonders wenn das Frühjahr kühl und regnerisch ist. Das Kräuseln und Vergilben der Blätter mit anschließendem Abfall wird auch durch die Pfirsichblattlaus verursacht. Gleichzeitig ist sie Überträger weiterer Viruskrankheiten. Es empfiehlt sich, bereits im Winter mit der Abwehr zu beginnen und im Frühjahr Spritzmittel gegen saugende Schädlinge einzusetzen.

 

Autor: Kollektiv Prima Pflanzen