Anleitung zum Anbau von Haselnusssträuchern

Ein anspruchsloser Strauch, der auch als Baum gezogen werden kann. Er stammt ursprünglich aus Asien, von wo aus er sich nach Europa ausbreitete; am besten gedeiht er in der Türkei. Er enthält eine große Menge an Mineralien und Vitaminen, die unsere Gesundheit fördern. Für eine bessere Fruchtbarkeit und gegenseitige Bestäubung ist es ratsam, zwei Sträucher verschiedener Sorten zu pflanzen.


 

Pflanzung und Substrat:

Wir wählen einen hellen Standort, vorzugsweise auf der Südwestseite. Der Boden sollte eher leicht sein, von lehmig-sandig bis sandig-lehmig, warm, gut durchlässig, aber dennoch feucht und nicht staunass. Die einzelnen Sträucher werden in einem Abstand von 3–4 m gepflanzt. Das reiche Wurzelsystem festigt den Boden ausreichend, sodass diese Sträucher auch an Hängen gepflanzt werden können, am besten bis zu einer maximalen Höhe von 750 m ü. M. Gepflanzt wird in eine vorbereitete Grube von ca. 1 m x 50 cm mit gut gelockertem Boden, den wir durch Zugabe von gut verrottetem Kompost oder Stallmist aufbessern können. Falls wir einen eher trockenen Boden haben, kann dieser durch die Zugabe von Mykorrhiza verbessert werden – einem symbiotischen Pilz, der an den Wurzeln wächst und so das Wachstum fördert (man kann sich gegebenenfalls auch mit einem speziellen Gartensubstrat helfen, dem Mykorrhiza bereits beigemischt wurde).

 

Düngung:

Wir ergänzen die Standardkomponenten: Kalium, Phosphor und Stickstoff. Stickstoffdünger geben wir erst im Frühjahr in zwei Gaben hinzu (würden wir ihn im Herbst ausbringen, würde er über den Winter aus dem Boden ausgewaschen). Zudem bringen wir alle zwei bis drei Jahre eine neue Portion Stallmist am Strauch aus. 

 

Bewässerung:

Haselnusssträucher sollten mindestens dreimal während der Vegetationsperiode ordentlich gewässert werden. Es ist zudem ratsam, die Umgebung des Strauches dauerhaft zu mulchen, damit die Feuchtigkeit gut gehalten wird.

 

Schnitt:

Schnitt nach der Pflanzung: Im Frühjahr wählen wir die 4–5 besten Zweige aus, die wir über dem 4. bis 6. Auge einkürzen, damit sie kräftiger werden und sich gut verzweigen. 

 

Schnitt in den ersten 4 Jahren: Die Haselnuss blüht und fruchtet am meisten am einjährigen Holz der seitlichen waagerechten Zweige, daher bemühen wir uns, dass der Strauch möglichst viele davon bildet. Den Schnitt führen wir also in die Breite, damit der Strauch im Inneren der Krone möglichst viel Licht erhält. Im Juni bis Juli kürzen wir die neuen, bereits verholzten Triebe auf 4–6 Augen ein, damit daraus neue Triebe mit Blütenknospen wachsen können. Gegebenenfalls können wir nur die stärksten fruchttragenden Zweige auf 2 Augen über der letzten Knospe einkürzen, wobei die Knospe vom Strauch nach außen zeigen sollte. 

 

Schnitt in den Folgejahren: Wir vergessen nicht das Auslichten des Strauches, bei dem wir alle vertrockneten, störenden oder nach innen wachsenden Zweige entfernen.

 

Winterschutz der Pflanzen:

Haselnusssträucher sind nach dem Anwachsen relativ frostbeständig; lediglich späte Frühjahrsfröste können ihnen gefährlich werden. Junge Sträucher können teilweise geschützt werden, indem man Laub oder Reisig am unteren Teil des Strauches anhäufelt.

 

Krankheiten und Schädlinge:

Neben Eichhörnchen, die unter Umständen die gesamte Ernte wegtragen können, ist der Haselnussbohrer ein weiterer Schädling, der die Wurmigkeit der Früchte verursacht. Eine geeignete Vorbeugung ist eine chemische Spritzung zu dem Zeitpunkt, an dem das Weibchen des Bohrers seine Eier ablegt – also Ende Juni bis Anfang Juli – mit einem entsprechenden Insektizid. 

 

Autor: Kollektiv Prima Pflanzen