Anleitung zum Anbau von Stachelbeeren

Die Stachelbeere ist eine passende Ergänzung für unseren Garten, besonders in Kombination aus Stamm-Stachelbeere und Strauch-Johannisbeere. In Stammform nimmt die Stachelbeere weniger Platz ein, die Früchte lassen sich besser ernten und auch leichter pflegen. Je nach Fruchtfarbe unterscheiden wir rote, grüne, weiße oder gelbe Stachelbeeren. Meistens pflanzen wir Stämme und Sträucher in den Herbst- oder Frühlingsmonaten (wurzelnackt), Containerpflanzen können wir auch während der Saison pflanzen. 


 

Pflanzung und Substrat:

Stachelbeeren pflanzen wir an helle Standorte mit leichter Schattierung. Pralle Sonne behagt ihnen nicht besonders. Der Boden sollte gut durchlässig, humos und ausreichend feucht sein. Vor der eigentlichen Pflanzung kann in die vorbereitete Grube abgelagerter Kompost oder verrottetes Laub gegeben werden. Den Stamm selbst pflanzen wir so tief, wie er in der Baumschule gewachsen ist. Bei der Stamm-Stachelbeere dürfen wir nicht vergessen, eine Stütze zu befestigen, die erst oberhalb der Veredelungsstelle endet. So beugen wir einem späteren Ausbrechen der Krone vor, die unter der Last der Früchte schwer wird. Nach dem Einpflanzen lassen wir die Erde aufgelockert, damit sich in der Umgebung kein Wasser oder Schnee ansammelt. Stachelbeersträucher pflanzen wir in einem Abstand von 1,5 m voneinander, bei Stämmen kann der Abstand geringer sein. 

 

Düngung:

Die Düngung ist bei Stachelbeeren sehr wichtig, sie beeinflusst Wachstum, Ertrag, Vitalität und Lebensdauer der Pflanze. Wir düngen jedes Jahr im zeitigen Frühjahr und in der Zeit vor der Blüte. Als beste Wahl erweisen sich Cererit oder NPK. Bei Anzeichen von Blattschäden vergessen wir nicht, Kalium zuzuführen, am besten im Zeitraum März mittels Kaliumsulfat. Alle 3–4 Jahre geben wir eine weitere Dosis Stalldung, reifen Kompost oder andere organische Dünger hinzu. 

 

Bewässerung:

Selbstverständlich ist die Bewässerung sofort nach der Pflanzung. Die Stachelbeere bevorzugt feuchteren Boden, daher ist eine regelmäßige, angemessene Bewässerung eine Notwendigkeit. 

 

Schnitt: 

Der Schnitt unterscheidet sich bei der Strauch- und der Stammvariante der Pflanze. Nach der Pflanzung des Strauchs (im Frühjahr sofort, im Herbst warten wir bis zum Frühjahr) kürzen wir die Triebe auf zwei bis drei Knospen ein, die schwachen entfernen wir ganz direkt am Boden. Im zweiten Jahr nach der Pflanzung belassen wir vier bis sechs der stärksten Triebe, die wir um etwa ein Drittel kürzen. Im dritten Jahr kürzen wir die längsten Zweige na zehn bis zwölf Augen und die Seitenzweige auf drei bis fűnf Augen ein. Die Anzahl der Leitäste erhöht sich auf acht bis zwölf.

 

Nach der Pflanzung des Stammes (wieder im Frühjahr sofort, bei Herbstpflanzung warten wir bis zum Frühjahr) kürzen wir die Triebe auf drei bis vier Augen ein. Im zweiten Jahr wählen wir fünf bis sieben Leitäste aus und kürzen sie um 1/3. In den folgenden Jahren entfernen wir am Bäumchen die aus der Mitte der Krone wachsenden Triebe sowie Zweige, die das Bäumchen zu sehr verdichten. Die Leitäste belassen wir auf einer Länge von acht bis zehn Augen, die Seitenzweige auf zwei bis vier. Diesen Verjüngungsschnitt führen wir erst nach vier bis sechs Jahren durch. Wir entfernen auch Wildtriebe, die aus der Unterlage austreiben. 

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Winterschutz der Pflanzen:

Die am besten geeignete Art des Schutzes ist das Mulchen des Strauchs oder Stammes mit Kompost, herbstlichem Laub oder gehäckselten Zweigen. Den Stamm eines jungen Bäumchens können wir gegebenenfalls mit Jutegewebe umwickeln.

 

Krankheiten und Schädlinge: 

Zu den bekanntesten Krankheiten gehört der Amerikanische Stachelbeermehltau, der das Schimmeln von Früchten und Blättern, Fruchtfall und ein allgemeines Siechen der Pflanze verursacht. Als erste Hilfe empfehlen wir wiederholtes Spritzen mit dem Präparat Bioton. Die grünen Raupen der Stachelbeerblattwespe fressen die Blätter kahl, man wird sie leicht durch Spritzen mit gängigen Pestiziden los. Zu den weiteren üblichen Schädlingen gehören Blattläuse, auch diese lassen sich durch Spritzen mit Präparaten wie Pirimor, Mospilan u. a. bekämpfen. Eine gelbgrüne Färbung der Blätter und deren allmähliches Abfallen kann auch durch die Blattfallkrankheit der Stachelbeere (Anthraknose) verursacht werden (hier hilft z. B. Dithane). 

 

 

Autor: Kollektiv Zahradnictví Spomyšl

Bilder: Schnitt von Obstgehölzen, Grada 2011