Anleitung zum Anbau von Kiwi

Wenn wir uns für den Anbau von Kiwi (Actinidia) entschieden haben, sollten wir definitiv nicht vergessen, dass es sich um eine sehr wärmeliebende Pflanze handelt. Daher gedeiht sie vor allem in warmen Weinbauregionen und an geschützten Standorten (wie z. B. an den Südseiten von Gebäuden). Kiwis bilden bis zu 9 Meter lange, sommergrüne Lianen, weshalb es ratsam ist, sie an einem Drahtspalier oder einer anderen Stütze zu ziehen, ähnlich wie Weinreben. Wichtig ist auch die richtige Sortenwahl: Einige Sorten sind zweihäusig (getrenntgeschlechtlich) und benötigen daher für eine erfolgreiche Befruchtung eine männliche und eine weibliche Pflanze (ein Männchen reicht für bis zu 4 Weibchen aus). Es sind jedoch auch bequem selbstbefruchtende Sorten erhältlich, die im Grunde auf sich allein gestellt ausreichen (z. B. Jenny, Issai). Die Pflanzen tragen ca. 3 Jahre nach der Pflanzung Früchte (manche Quellen geben 6–8 Jahre an).


 

Pflanzung und Substrat:

Wir pflanzen sie in tiefe, gut durchlässige, leicht saure Böden mit ausreichend Nährstoffen. Diese sollten bereits im Vorfeld in den Boden eingearbeitet werden, indem man bis in eine Tiefe von mindestens 60 cm gut gereiften Kompost oder Mist zugibt. Die Pflanzen werden in einem Abstand von mindestens 3 m gesetzt.

 

Düngung:

Im Vorfrühling und Frühjahr düngen wir z. B. mit Cererit, NPK oder Stickstoffdüngern nach.

 

Bewässerung:

Actinidien vertragen keine staunassen Böden, vertragen aber auch keine übermäßige Trockenheit. Daher bemühen wir uns, das Substrat angemessen feucht zu halten. 

 

Schnitt:

Um die Pflanze gut pflegen zu können, ist der Anbau an einer Stütze notwendig, an der wir die Hauptäste und Triebe festbinden, die die neuen Früchte tragen werden. Beim Schnitt ist zu beachten, dass Actinidien am einjährigen Holz fruchten, weshalb wir vor allem ältere, abgetragene Triebe entfernen. Die Hauptäste werden in einem Abstand von etwa 50 cm zueinander und in einer Länge von etwa 2–3 m angebunden. In den ersten Jahren kürzen wir deren Seitentriebe auf 2–4 Augen ein, aus denen später weitere Fruchttriebe wachsen. Nach dem Fruchtansatz im Juni schneiden wir die Triebe hinter der letzten Frucht zurück. Ein zweiter Rückschnitt erfolgt direkt nach der Ernte. Ein Schnitt im Winter sollte vermieden werden.

 

Winterschutz der Pflanzen:

Falls möglich, bringen wir junge Actinidien-Pflanzen z. B. in einem Gewächshaus oder Wintergarten unter. Die Pflanzen neigen bereits bei -12 °C zum Erfrieren. Die Wurzeln schützen wir im Winter durch das Anhäufeln von Rinde, Laub oder Reisig; die gesamten Sträucher decken wir mit einem Gartenvlies ab. 

 

Krankheiten und Schädlinge:

Die Actinidia ist relativ resistent gegen Krankheiten und Schädlinge. Sollten dennoch Probleme auftreten, handelt es sich meist um Wurzel- oder Fruchtfäule. Von Schädlingen wird sie am häufigsten von Schildläusen befallen (hier können nicht-chemische Spritzmittel auf Ölbasis hilfreich sein).

 

Autor: Kollektiv Prima Pflanzen