Anleitung zum Anbau von Johannisbeeren

Johannisbeeren anbauen – alles, was Sie wissen müssen

Wenn Sie sich für Johannisbeeren entschieden haben, ist es wichtig zu berücksichtigen, ob es sich um eine Stämmchen- oder eine Strauchvariante handelt. Stämmchen-Johannisbeeren benötigen eine geeignete Stütze für den Stamm, die die wachsende Krone trägt. Rote Johannisbeeren reifen von Anfang Juni bis Anfang September, weiße ab Mitte Juli und schwarze von der zweiten Juliwoche bis Mitte August. Johannisbeersträucher können bis zu 20 Jahre lang Früchte tragen, Stämmchen etwa 8–10 Jahre. Wählen Sie einen sonnigen und gut durchlässigen Standort.


🌱 Pflanzung und Substrat

Die beste Zeit für die Pflanzung ist der Herbst oder das zeitige Frühjahr. Containerpflanzen (im Topf) können auch während der Vegetationsperiode gepflanzt werden. Rote und weiße Johannisbeeren bevorzugen humose, nährstoffreiche und feuchte Böden mit leicht saurer Reaktion; schwarze Johannisbeeren wachsen besser in leichteren und kalkhaltigeren Böden. Die Wurzeln von wurzelnackten Pflanzen sollten vor dem Einpflanzen einige Stunden in Wasser eingeweicht werden. Pflanzen Sie diese etwa 10 cm tiefer ein, als sie zuvor in der Baumschule standen. Sträucher werden im Abstand von 2,5–3 m x 1–2 m gepflanzt, Stämmchen im Abstand von 2–2,5 m x 0,8–1 m. Bei Stämmchen darf die Stütze nicht vergessen werden. Wir empfehlen zudem das Mulchen im Wurzelbereich, um die Feuchtigkeit zu halten und Unkraut zu unterdrücken.

 

🤎 Düngung

Johannisbeeren sind anspruchsvoll in Bezug auf Humus, insbesondere schwarze Sorten. Verwenden Sie organische Dünger, wie z. B. Kompost (ca. 2 kg pro ausgewachsenem Strauch, mit der Erde vermischen). In schwereren Böden düngen wir eher im Herbst, in leichteren Böden im Frühjahr. Wir empfehlen zudem eine ausreichende Zufuhr von Kalium und Phosphor.

 

💧 Bewässerung

Sorgen Sie vor allem während des Anwurzelns und bei hohen Temperaturen für eine ausreichende Bewässerung. Schwarze Johannisbeeren vertragen Trockenheit schlechter als andere Sorten.

 

✂️ Rückschnitt und Pflege von Strauch & Stämmchen

Erfolgt die Pflanzung im Herbst, wird der Rückschnitt im Vorfrühling durchgeführt.

 

Strauchform:

Im ersten Jahr nach der Pflanzung wählen wir 5–6 der stärksten Triebe aus, die als Basis des Strauches verbleiben. Andere schwache oder beschädigte Triebe werden bodennah entfernt. Im zweiten Jahr lassen wir weitere 6 gut ausgereifte Triebe stehen und entfernen erneut alle abgestorbenen oder zu dicht stehenden Zweige, damit der Strauch luftig bleibt und das Licht alle Pflanzenteile erreicht.

Im dritten Jahr sollte der Strauch eine ausgewogene Struktur haben: 5–6 einjährige Triebe (künftige Fruchtruten) und die gleiche Anzahl an zweijährigen Zweigen, die die Hauptente des aktuellen Jahres tragen. Alte, schwache oder vergreiste Äste werden regelmäßig entfernt, um das Risiko für Pilzkrankheiten zu senken und die Qualität der Früchte zu fördern.

 

Stämmchenform:

Stämmchen werden nach der Pflanzung auf 2–3 Knospen zurückgeschnitten, wobei die letzte Knospe nach außen zeigen sollte. Die Krone wird aus 4–5 gesunden Trieben aufgebaut, die die Leitäste bilden. In den Folgejahren werden diese in der Regel nicht mehr eingekürzt, es sei denn, sie werden zu lang oder die Krone wird zu dicht. Wichtig ist das kontinuierliche Auslichten von abgestorbenen oder beschädigten Zweigen.

 

 Schnittzeichnung 1    Schnittzeichnung 2    Schnittzeichnung 3

 

 

❄️ Winterschutz der Pflanzen

Johannisbeeren benötigen normalerweise keinen besonderen Winterschutz, außer einer Erneuerung der Mulchschicht. In höheren Lagen empfiehlt es sich, den Stamm von Stämmchen-Johannisbeeren mit Jute zu umwickeln.

 

🪲 Krankheiten und Schädlinge

Bei Pflanzung in der Nähe von Kiefern besteht die Gefahr von Säulenrost (Gelbrost). Befallene Pflanzen sollten nach der Ernte mit einem geeigneten Fungizid behandelt werden. Häufig tritt auch die Blattfallkrankheit auf – kleine Flecken auf den Blättern, die vergilben und abfallen (Behandlung vor und nach der Blüte). Wenn im Frühjahr Knospen braun werden und abfallen, liegt oft ein Befall durch die Johannisbeergallmilbe vor – betroffene Zweige sollten sofort entfernt werden. Bei Blattläusen oder Spinnmilben helfen gängige Pflanzenschutzmittel.

 

Tipp zum Schluss 👇🏻

Die richtige Pflanzung, ein regelmäßiger Schnitt und die Kontrolle auf Schädlinge garantieren eine lange Lebensdauer und eine reiche Ernte Ihrer Johannisbeeren.

 

Autor: Kollektiv Prima Pflanzen

Bilder: Rückschnitt von Obstgehölzen, Grada 2011