Anleitung zum Anbau von Himbeeren

Himbeeren anbauen – alles, was Sie wissen müssen

Der Anbau von Himbeeren ist nicht schwierig, aber für eine reiche Ernte ist es gut, einige Grundregeln zu kennen. Himbeeren lieben helle, sonnige Standorte – im Halbschatten oder Schatten tragen sie weniger Früchte und die Triebe strecken sich unnötig nach dem Licht. Am besten gedeihen sie in niedrigen und mittleren Lagen bis zu 500 m ü. M.; in höheren Lagen sind Wachstum und Ertrag meist schwächer.


🌱 Pflanzung und Boden

Himbeeren werden in tiefgründig bearbeiteten, humosen und mittelschweren Boden gepflanzt, der gut durchlässig, feucht und leicht sauer ist (pH 5,5–6,5). Wenn der Boden mit reifem Kompost angereichert ist, reicht es aus, ein Pflanzloch von etwa 30 × 30 × 30 cm auszuheben. Wurzelnackte Pflanzen setzen wir etwa 5 cm tiefer, als sie in der Baumschule gewachsen sind, um die Bewurzelung zu fördern, und achten darauf, die Knospen nicht zu beschädigen.

Die einzelnen Setzlinge pflanzen wir in einem Abstand von 40–60 cm, und die Reihen lassen wir 1,5–2 Meter auseinander. Es wird empfohlen, eine Stütze zu installieren, an der die Triebe aufrecht wachsen können – dies erleichtert die Ernte und verbessert die Belichtung des Bestandes.

 

🤎 Düngung

Himbeersträucher haben einen höheren Nährstoffbedarf, insbesondere an Stickstoff und Kalium. Im Frühjahr, vor dem Austrieb oder der Blüte, düngen wir mit Mehrnährstoffdüngern wie zum Beispiel NPK oder Cererit nach. Alle 3–4 Jahre arbeiten wir reifen Kompost oder gut verrotteten Mist in den Boden ein, wodurch die Struktur und Fruchtbarkeit des Bodens verbessert werden.

 

💧 Bewässerung

Himbeeren benötigen eine regelmäßige Bewässerung, vor allem zur Zeit der Fruchtbildung und bei trockenem Wetter. Wassermangel mindert die Qualität der Früchte und kann zu deren Austrocknung führen. Besonders junge Pflanzen müssen häufiger gegossen werden, bis sie gut angewurzelt sind.

 

✂️ Rückschnitt der Himbeeren

Der richtige Schnitt ist für gesundes Wachstum und Ertrag entscheidend. Nach der Pflanzung (oder im Frühjahr) kürzen wir die Triebe auf 20–40 cm. Im zweiten Jahr belassen wir zwei bis drei der stärksten Triebe, in den Folgejahren sechs bis acht Triebe pro Strauch.

Bei sommertragenden Sorten fruchten die Triebe des Vorjahres – nach der Ernte (im Sommer) entfernen wir diese bodennah, damit sich die Pflanze auf die neuen einjährigen Ruten konzentrieren kann.

Bei remontierenden (herbsttragenden) Sorten stirbt nach der Herbsternte der obere Teil der Triebe ab, den wir erst im Frühjahr zurückschneiden. Wenn wir nur die Herbsternte fördern wollen, können wir diese Sorten komplett bis zum Boden zurückschneiden und neue Triebe für die nächste Saison heranziehen.

 

🪲 Krankheiten und Schädlinge

Himbeeren können unter Pilz- und Viruskrankheiten leiden, die Deformationen an Blättern oder Knospen verursachen. Oft werden diese durch Insekten, insbesondere Blattläuse, übertragen. Gegen Schädlinge können gängige Insektizide eingesetzt werden.

Erscheinen blaugraue Flecken an jungen Trieben, handelt es sich wahrscheinlich um eine Pilzerkrankung – hier hilft ein kupferhaltiges Präparat (z. B. Champion 50 WP), das auch präventiv eingesetzt werden kann.

Wenn auf den Blättern gelbe bis braune Flecken erscheinen, die allmählich vertrocknen, kann es sich um Himbeerenrost handeln. Befallene Blätter werden entfernt und die Pflanzen mit einem Kupferpräparat behandelt.

Wichtig ist es auch, den Bestand luftig zu halten, regelmäßig überflüssige Triebe zu entfernen und Staunässe zu vermeiden, die die Entwicklung von Pilzkrankheiten begünstigt.

 

Tipp zum Schluss 👇🏻

Für eine längere Saison und eine kontinuierliche Ernte empfehlen wir die Kombination von sommertragenden und remontierenden Sorten. Sommertragende Sorten fruchten einmal, meist im Juni und Juli, während remontierende Sorten eine zweite Ernte im Herbst liefern, oft bis zu den ersten Frösten.

 

Autor: Kollektiv Prima Pflanzen